Die Firmengeschichte von Max Sielaff


Nach dem Tode von Max Sielaff im Okt. 1929 hat Diplomkaufmann Wilheln Schwandt 1930 den Vorstand übernommen. Eigentümer war Walter Schulte bis 1937, 
dann wurde die AG abgemeldet und als Sielaff Maschinenfabrik neu angemeldet. Eigentümer war Walter Schulte (Berlin-Tempelhof). 
Der Neffe von Max Sielaff, Edmund Sielaff, war zu Zeiten von Max Sielaff in der Firma tätig, dieser hatte 1949 in Herrieden die neue Sielaff GmbH & Co. KG 
mit gegründet. Unbekannt ist noch, was zwischen 1937 und 1943 auf dem Gelände Ziegra Str. 21 - 31 passierte.

Interessant ist, das in der Ziegra Str. 15- 19, also auf dem Nachbargrundstück, seit 1926 eine weitere Automatenfabrik namens Wiegandt-Automaten 
existierte.

Die eingetragenen Firmen:
1. Sielaff Maschinenfabrig AG HRB 4150 wurde 1937 abgemeldet
2. Allgemeine Industrie-Gesellschaft GmbH HRB 2408 wurde 1937 abgemeldet
3. Automat GmbH Berlin HRB 41397 wurde 28. 05.1937 abgemeldet
4. Berliner Restaurations-Gesellschaft Automat GmbH HRB 1868 wurde im Jahr 1927 in LAB umgewandelt
5. Selbstverlag Sielaff Maschinenfabrig AG am Gendarmenmarkt
6. Sielaff Maschinenfabrik wurde am 12. August 1937 mit der HRB 85547 am Amtsgericht Berlin angemeldet. Eigentümer Warter Schulte Berlin

Im Auto Adressbuch von 1931 (Dietzlers Verlag) ist bei dem Kennzeichen > 63947 P = Sielaff A.G. Neuköln, Ziegrastr. 21/31, ein Fiat 45 vermerkt.

Auf dem Gelände Ziegra Str. 21-31 war von April 1943 bis mindestens Februar 1945 ein Zwangsarbeiterlager. Das sogenannte Windhoff-Lager. 
Hans Windhoff, oder besser die Hans Windhoff Apparate- und Maschinenfabrik AG  fertige auf dem Gelände Kühler für Flugzeuge. Es handelte 
sich um die "Bauaufsicht der Lufwaffe (BAL) BAL 417 unter der Leitung von Dipl. Ing. Dr. Sommer. Im Lager befanden sich belgische 
Zwangsrekrutierte, Polen, Ukainer und Russen. Am 3.2.1945 um 12 Uhr Mittags wurde das Lager bombardiert, aber nicht zwerstört. 
Es kamen dabei 7 Zwangsarbeiter ums Leben.

> Auszug aus Lager und Ausländer-Sammelunterkünfte in Neukölln > http://www.zwangsarbeit-forschung.de/Lagerstandorte/Neukoelln/neukoelln.html
Ziegrastraße 21-31 (Windhofflager)
Im Standesamt aktenkundig 8.4.43-3.2.45: Mindestens 12 Kinder wurden in dem Lager geboren, meist von Ehepaaren ("Russen", auch Polen und 
Ukrainer). Gemeldet wurden fast alle Geburten vom Lagersanitäter. Am 3.2.45, um 12 Uhr mittags, wurde das Lager bombardiert, mindestens 
7 Insassen starben. Das Lager blieb weiter in Betrieb: Noch am 15.2.45 verstarb ein neun Monate alter Säugling im Lager. [S] <

Ab 1953 bis in die 60er Jahre hinein war auf dem Geländer der Ziegra Str. 21-31 die Firma "Berliner Paketfahrt Bartz & Co. AG" auf dem 
Grundstück ansässig. Danach folgten, ebenfalls einige Logistiker und zuletzt die Bahn AG mit Lagerstätten. 

1980 bis 1985 war das Grundstück im Besitz des Berliner Senats. Dieser hat in diesem Zeitpunkt Firmen beauftragt  den 
Abriß der vorhandenen Gebäudeteile zu veranlassen. 

1995 wurde auf dem Gelände Ziegra Str. 21-31 das bekannte ESTREL Hotel eröffnet. Luftaufnahmen zeigen, das die jetzige 
große Konzerthalle vermutlich als Gebäudegrundlage noch die alte Substanz von damals sein könnte.

Die alte Fabrik (Eigentum AEG) in der Spenerstr. 23 blieb verschont. Im kalten Krieg wurde sie als Lager vom Roten Kreuz für Betten, 
Decken, Apotheken, Verbandmaterial, Tragen usw. genutzt. Heute stehen auf dem Geländer moderne Wohnblocks.

Das Wohnhaus in der Spener Str. 31 wurde am 22. Nov. 1943 völlig zerstört. Das Trümmergrundstück wurde von einem Bauunternehmer 
übernommen, dort entstand ein Gebäudekomplex mit Wohnungen. Entsprechend der Hausnummer 31 erhielten die fünf Töchter in dem 
Wohnblock eine Eigentumswohnung. Diese Wohnung wurde verkauft. 
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Um 1940 zog die Verwaltung der Maschinenfabrik Sielaff wieder in die Innenstadt. Adreß- und Telefonbücher vermerken noch bis 1951 den 
neuen Firmenstandort: Berlin C, Keibelstr. 11 in der Nähe des Alexanderplatzes. 
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1949 erfolgte im mittelfränkischen Herrieden durch Fritz Baumgärtner, Johannes Marohn und Edmund Sielaff - wahrscheinlich identisch mit 
dem bis 1943 in Neukölln lebenden Oberingenieur Edmund Sielaff - die Neugründung des heutigen erfolgreichen Unternehmens Sielaff 
GmbH & Co. KG Automatenbau. Nachdem das neue Werksgelände um 1951/52 vollständig fertiggestellt war, zog sich die Firma  von dem in 
Berlin gelegenen Standort zurück. Das Berliner Branchentelefonbuch von 1953 vermerkt noch einen Mitarbeiter des "Sielaff-Dienstes", 
eines Servicestützpunkts, in der Kreuzberger Adalbertstraße 70. 
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Im heutigen Hauptwerk in Herrieden mit etwa 560 Mitarbeitern (2003) und in den 5 Sielaff-Zweigwerken im In- und Ausland werden derzeit j
ährlich rund 40.000 Warenverkaufsautomaten hergestellt. Der Jahresumsatz 2003 betrug rund 62 Mio. Euro. In Deutschland beherrscht Sielaff 
zu 85 % den Markt bei der Herstellung von Kaltgetränkeautomaten.

Edmund Sielaff war der Sohn von dem sehr früh verstorbenen Bruder von Max Sielaff und lebte bis zu seiner Verlobung in der Familie Max Sielaff.

Die Firmengeschichte aufbereitet von Michael Ladek als pdf Datei

1897 - Das erste Automaten Restaurant "AUTOMAT" wurde in Berlin Leibziger Str. 13 eröffnet.

1897 - Rechte Seite der oberen Aufnahme, siehe Uhr!

Friedrich Str. 167-168, Foto um 1904

In diesem Gebäude war einer der Automatenrestaurants "Automat" untergebracht. Rechts im Anschnitt das rote Gebäude Nr. 166 wo auch ein Restaurant war.

Links noch im Bild zu sehen ein Bager am Bau der Reichskreditanstall.

Friedrich Str. 166, rotes Gebäude erbaut 1899. Hier war auch eine Zeit lang die Verwaltung der Sielaff Maschienenfabrik AG untergebracht.

U-Banh Haltestelle: Französische Str. Links zu sehen das neue Gebäude des dbb Forum auf dem Grundstück der Reichskreditanstallt.


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