Grabstätte von Sielaff

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Ruhestätte Familie "SlELAFF" (GT 80) im alten Jacobi Friedhof, Karl Max Str. 4 in Berlin Neu-Köln. Grablage: JEB-182, im zentralen Bereich der Gittergräberabteilung; 
an der Kreuzung des zweiten und dritten Längsweges mit dem mittleren Querweg, Südseite.
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Dieses um 1907/08 vom Architekten K. Spaeth errichtete Erbbegräbnis ist die architektonisch monumentalste Anlage dieser Gittergräberabteilung und hebt ihren 
Mittelpunkt hervor. Stilistisch markiert dieses Bauwerk den Übergang vom Jugendstil zum Neoklassizismus: während bildnerischer Reliefschmuck und die Lettern der 
Inschriften deutliche Jugendstil-Einflüsse zeigen, tendiert die Architektur zu klassischer Regelmäßigkeit. Mauern aus 2 Lagen Kalksteinquadern umfangen das 
querrechteckige, im Grundriß 6,45 m x 2,40 m messende und mit Kalksteinplatten vollständig ausgelegte Gräberfeld, unter dem sich eine - wohl gemauerte - 
Gruftanlage befindet. Um in die Gruft zu kommen, muss die große Steinplatte entfernt werden. Eine Treppe führt hinunter zu den Zinksärgen. Anläßlich des Todes 
vom Großvater Max die Gruft geöffnet wurde, hingen die Kränze von Großmutters Beerdigung (1926 ) noch frisch an den Wänden.
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In der Mitte dieser umhegten, seitlich mit Sitzbänken ausgestatteten Fläche liegt eine Deckplatte in den Abmessungen von 2,30 m Länge und 1,30 m Breite über 
der Gruft. Die Rückseite schließt mit einem blockhaften mauerartigen Grabmal aus Kalkstein, in dessen Mitte sich ein gewaltiger Aufbau mit geschweiftem 
Giebelabschluß bis zu 4-5 m hoch erhebt. Dieser akzentsetzende Aufbau assoziiert einen überdimensionalen Thron mit hoher stuhllehnenartiger Rückseite. Die 
Thron-Form bei Grabmalsgestaltungen war insbesondere seit dem Aufkommen des literarischen Symbolismus kurz vor 1900 ein vielfach eingesetztes symbolträchtiges 
Motiv in der Sepulkralkunst, das sich auf die christlichreligiöse Vorstellung vom "Gottesthron" bezieht. Gemeint ist hierbei der Sitz des Weltenherrschers und -richters 
beim Jüngsten Gericht. In den Bibelstellen des Matthäus-Evangeliums Kapitel 25, Verse 31-33 und der Offenbarung Johannis Kapitel 20, Verse 11-15 ist diese 
endzeitliche Szenerie mit dem "Gottesthron" anschaulich beschrieben.
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Die seitlichen blockhaften "Armlehnen" sind mit Flachreliefs trauernder Personen geschmückt. Die rückseitige "Stuhllehne" ist horizontal geschichtet: oberhalb der 
Pflanzenschalen und über der "Thronsitzfläche" war ein jetzt nicht mehr vorhandenes Bronzerelief eingelassen. Darüber sind Grabinschriften angeordnet.
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Den Giebel schmücken zunächst außer den Familiennamen ein ovales Relieffeld mit einer allegorischen Darstellung zur Vergänglichkeit des Lebens - ein in Rosen 
gebetteter Todesengel liegt auf der Deckfläche eines Schiffes, das von Wellen umgeben ist. Es ist das antike Motiv von "Charons Kahn": der greise, bösartige 
Fährmann Charon, setzte in der Unterwelt die Toten mit seinem Kahn über den Acheron, wofür er einen Obolus erhielt, den man den Toten in den Mund legte. 
Es war ihm aber streng untersagt, Lebende über den Fluss zu transportieren.
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Den oberen Abschluß am Giebel bildet - einem Schlußstein ähnlich - das Haupt der Medusa (Gorgo Maske). Die seitlichen 1,95 m hohen und 2,15 m breiten 
Mauerbereiche sind unter einer Architravzone mit einer über beide Bereiche fortlaufenden Inschrift in je drei Rechteckfelder zur Aufnahme von Grabinschriften 
gegliedert; allerdings sind lediglich die drei linken Felder mit Grabinschriften gefüllt. Reliefschmuck lockert die strenge Gliederung der Mauern auf. An der rechten 
Mauerwand ist unter den unbeschrifteten Rechteckfeldern die Inschrift der Künstlerbezeichnung erkennbar: "ARGH. K. SPAETH". Die fortlaufende Inschrift der 
Architravzone über beide Mauerbereiche lautet: »DAS REICH DER LIEBE // WAEHRET EWlGLICH", womöglich als freie Auslegung der Psalmen 106,1, 107,1 
und 136,1 in der Heiligen Schrift. An der Rückseite des zyklopenhaften steinernen Aufbaus wächst in den Fugen der Kalksteinblöcke der in Mitteleuropa selten 
gewordene Mauerrautenfarn.
------Grabinschriften an dem hohen Aufbau: - Johanna Sielaff, geb. Laden * 22.01.1864 t 04.12.1926 61 Jahre, 6 Monate, 19 Tage beigesetzt am 09.11.1926 - Max Sielaff (Ingenieur, Patentanwalt und Firmengründer) * 16.06.1860 t 10.10.1929 69 Jahre, 3 Monate, 26 Tage beigesetzt am 14.10.1929 - Inschriften in den drei Rechteckfeldern an der linken Mauerwand: - Heinz Sielaff * 21.10.1897 t 16.08.1907 10 Jahre, 11 Tage beigesetzt am 21.08.1907 - Ernst Sielaff * 21.10.1899 t 10.05.1908 17 Jahre, 6 Monate, 19 Tage beigesetzt am 14.05.1908 - Heinz (Heino) Heyne * 29.11.1918 t 27.02.1938 19 Jahre, 2 Monate, 2 Tage beigesetzt am 02.03.1938 -

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1983 ---------------------------- -----------------------------1987 --((wir suchen die Garbfigurpaltte)-------------------------------------------------------2014

Ruhestätte der Familie Sielaff

Auszug aus dem Abteilungsbuch des alten St. Jacobi-Kirchhof in Berlin West Karl-Marx-Str. 4-10

Seit 1998 nicht mehr im Familienbesitz, da 60 Jahre nach letzter Beisetzung der Familienbesitz erlischt. 
Die eiserne Grabplatte wurde abgebaut und ist nicht mehr auffindbar. 
Das Grab steht nun unter Denkmalschutz.
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